Für Witz und Narrentreue – die Wolfacher Narrenorden

Seit 1933 verleiht die Freie Narrenzunft verdienten Altnarren, Helfern und Gönnern Narrenorden. Um an eine der begehrten Auszeichnungen zu gelangen, ist vor allem Durchhalten angesagt: den „kleinen Hanselorden“ erhalten Narren, die nach ihrem 14. Lebensjahr mindestens 10 Jahre aktiv an mehreren Fasnets-Bräuchen beteiligt waren. Das Mithopsen als Hansel wird hier übrigens nicht gewertet. Der „Große Hanselorden“ ist für jene gedacht, die nach ihrem 18. Geburtstag mindestens weitere 18 Jahre überdurchschnittlichen Einsatz gezeigt haben. Und für den Wohlauforden sind gar 26 Jahre aktive Tätigkeit nach dem 24. Lebensjahr notwendig.

Ursprünglich bildete der Wohlauforden die höchste Ordensklasse. Um das silberne Dienstjubiläum des altgedienten Narrenvaters Erwin Haas angemessen zu würdigen, schuf man aber 1954 den „Blechernen Wohlauforden am silbernen Kettlein“. Diese Auszeichnung wird seither allen Ehrennarren der Zunft verliehen – immer verbunden mit einem „alleruntertänigsten Purzelbaum“ des Narrenrates.

Entworfen hat die Orden mit dem Wahlspruch „Für Witz und Narrentreue“ Glasmaler Georg Straub. 1933 waren die Hansel in Wolfach noch nicht standardisiert. Die gelb-blauen Schellenhansel entstanden erst ein Jahr später. Das Motiv der Hanselorden orientiert sich daher noch an den alten Hanselfiguren. Der kleine Hanselorden zeigt eine damals übliche Narrenkappe, der große Hanselorden einen Stadthansel ohne Larve. Auf dem Wohlauforden ist Wohlaufsänger Rudolf Blattner abgebildet. Im Hintergrund ist ein Lampion zu sehen, wie er bis in die 30-Jahre beim Wohlauf Tradition war.

Alle ausgezeichneten Narren sind im kunstvoll gestalteten „Ordensbuch der Freien Narrenvereinigung Wolfach“ vermerkt. 1962 endeten die Eintragungen aber. Das Ordensbuch verschwand im Archiv und wurde erst zum Narrentreffen 1995 wieder ausgestellt. Vize-Narrenvater Wilfried Schuler machte sich in den folgenden Jahren die Mühe, sämtliche Ordensträger der vergangenen Jahrzehnte zu recherchieren und sie mit seiner schönen Handschrift im Buch nachzutragen. Seit 1998 ist das Buch wieder vollständig und wird ordnungsgemäß geführt.

Anhand der folgenden Entwurfszeichnungen von Glasmaler Georg Straub wurden die Narrenorden 1933 hergestellt.

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