Nähanleitungen

Auf dieser Seite haben Sie die Möglichkeit auf Nähanleitungen verschiedener Häs der Freien Narrenzunft Wolfach zuzugreifen. Gedruckte Anleitungen oder Tipps sind über Wilfried Schuler zu erhalten.

Mail: vizenarrenvater@narrenzunft-wolfach.de
Tel.: 07834-9053

Hier gibt’s die Anleitungen zum Downloaden:

Wolfacher Fasnet

…. als eine heidnische Onsinnigkeit verpotten und abgestellt.

Im Laufe der Jahrhunderte musste die Wolfacher Fasnet viele Verbote und Unterbrechungen erleben und überleben. Heute jedoch ist sie fest verankert im Wolfacher Jahresrhythmus und aus dem kulturellen Leben der Stadt nicht mehr wegzudenken.

Soweit bekannt wurde die Wolfacher Fasnet im Jahre 1543 erstmals schriftlich erwähnt, als sie “… als ein heidnische Onsinnigkeit verpotten und abgestellt …” werden sollte. Weil der Wolfacher Michael Knoller ” … in der Faßnacht in Mummerey Scheltung …” getriebene hatte, wurde er vom Rat zu 1 Schilling Strafe verurteilt. Auch 1607 musste das Verbot erneut ausgesprochen werden, weil die Wolfacher Urnarren anscheinend zäh an ihren Narrenspäßen festhielten und sich auch nicht von Strafandrohungen abschrecken ließen.

1751 und 1756 zeugen auch Strafakten von der Überschreitung der Fasnetsverbote.1785 wurde aber schon einigen Bürgersöhnen gestattet, sich an zwei Fasnetstagen zu maskieren. Unter bestimmten Vorschriften wurde das auch in den folgenden Jahren offiziell erlaubt. Für drei Fasnetstage wurde dies dann 1788 generell gebilligt, allerdings nur, wenn man eine Gebühr bezahlte. Diese Fasnetstaxen, welche ab 1816 nicht mehr erhoben wurden, kamen bis dahin wohltätigen Zwecken zugute. So ging es dann durch die Jahrzehnte mit Fasnetsspiel und Mummenschanz, mit Wohlauf und Bürgerbällen. Fasnetsspiele bilden einen wichtigen Kern der Wolfacher Fasnet. Die jahrhunderte alte Tradition brachte immer wieder neue Themen hervor. Das älteste und am häufigsten aufgeführte Festspiel – “Die Altweibermühle” – feierte bereits 1987 sein 200-jähriges Jubiläum. Alte Plakate und Texthefte zeugen von der Vielgestaltigkeit Wolfacher Spielfreude.

Waren es die weitgereisten Wolfacher Flößer, die auch rheinische Elemente in die Wolfacher Fasnet einfließen ließen? Jedenfalls war um die Jahrhundertwende in etlichen Schriften von Fasching, Prinz Karneval, Karnevalsgesellschaft und Narrhalla Wolfach die Rede. An der Nationalhymne des Prinzen “Fahre hin und pfludre nicht!” ist erkennbar, dass diese Sache nicht so ernst gemeint sein konnte. Jedenfalls verschwanden diese Elemente wieder und die alten Bräuche setzten sich auf Dauer durch.

S’goht degege (von Karl Blattner, 1884-1960)

Sin emol ganz müsleschtill
un horche, was i sage will:
I glaub, ‘s isch ebis nit ganz g’hür
hinter eure Bühnedür!

Dert, in selle Käschte drin,
wo die Fasnetsache sin,
duet sich allwiel ebis rege.
Jetz’ glaub i bal’, es goht degege!

Wenn’s nit glaubsch, no losch es bliebe,
nu de Lüt, wo d’Fasnet liebe,
dene isch’s Musik für d’Ohre,
wie die Larve rum rumore.

Horch, wie d’Hanselschelle klinge
un wie d’Kapotthuetle schwinge.
In de Eck de Ritterdege
wischberet: “Es goht degege!”

‘s Wohlaufmale in de Kischt
singt scho vom Herr Entekrischt
un de Landsknecht, seller Schelm,
butzd si Babbedeckelhelm.

D’Rungungle kenne’s nit verhebe,
welle nus un welle lebe.
De Hansel schreit im enge Hus:
Jetz len mi do au endlich nus!

Wenn d’Fasnet au nit alle möge,
anneweg, jetz goht’s degege!

Weiteres zur Geschichte der Wolfacher Fasnet:
“Eine Reise in die närrische Vergangenheit …” von Otto Schrempp in: “180 Jahre Freie Narrenzunft Wolfach – Festschrift zum Landschaftstreffen 1995″

Narrenfahrplan

Der aktuelle Narrenfahrplan für 2021:


Aber wann ist Fasnet im nächsten oder übernächsten Jahr? Hier findet ihr die Fasnet-Termine der kommenden Jahre. Und wer diese immer bei sich haben will, einfach auf das Bild klicken. Es öffnet sich ein neues Fenster mit einer PDF-Datei (A5 Format) zum ausdrucken.

Alde Rungunkel

FUFFZG JOHR
Alde Rungunkeln und Müller

Als sich in den Jahren nach 1930 von Offenburg her in das ganze schwäbisch-alemannische Fasnachtsgebiet eine neue Gestalt einschlich – wohl in Anlehnung an alte Sagen- und Märchengestalten, jedoch überall ohne eine spezielle, bis ins Zeitalter der Hexenprozesse zurückreichende Fasnachtstradition – drohte besonders bei der männlichen Schuljugend sich diese Sache mit einer Verrohung und Entartung gegenüber den eigenen alten Bräuchen breitzumachen, wogegen man sich kaum wehren konnte.

Es war höchste Zeit, hier einmal Ordnung zu schaffen, bevor ein gutes und solides Fasnachtsbrauchtum Schaden erlitt. Hier muss man es einigen (damals) jungen Wolfachern hoch anrechnen, dass sie sich im Jahr 1958 unter Führung des Narro FRANZ STORZ und gewarnt durch vor allem auswärts bekanntgewordene Ausschreitungen, zu einer festen Ordnung in dieser Sache zusammenschlossen.

Sie nannten sich nach dem alten Wolfacher Spruch von der alten Rungunkel, die die Schäfe verbrennt hat, „ALDE RUNGUNKELN“ und machten sich eine eigene Tracht zurecht, die zwar immer noch etwas an andere Hexengestalten erinnert, jedoch in vielen Einzelheiten deutlich etwas Eigenes spüren lässt. So haben sie keinen Hexenbesen, sondern nach dem Spruch „und isch mit em Kochlöffel d’ Schdege nab grennt”, einen Kochlöffel.

Aber nicht erst seit 1958 ist die „Rungunkel” den Wolfacher Narren ein Begriff, denn in der überaus reichhaltigen und traditionsreichen Geschichte der Wolfacher Fasnet spielt die Altweibermühle eine herausragende Rolle. Wie kostbare Meilensteine steht dafür das immer wieder aufgeführte und vielfach modifizierte Singspiel „DIE ALTWEIBERMÜHLE VON TRIPPSTRILL” am Pfad der Wolfacher Fasnetsgeschichte. Schon in der noch erhaltenen handgeschriebenen Abschrift aus dem Jahr 1803, die erste Fassung stammt aus dem Jahr 1787 und wurde vom fürstenbergischen Schulvisitator Georg Anton Bredelin, der in Hausach seinen Dienst tat, verfasst, singt der Weber:

„So nimm die Rungunkel mein in deine kunstreiche Mühle hinein”. Darauf der Müller: „So bring nur deine Alte mir, zu meiner Mühle her.”

Ihren wohl ersten belegten Auftritt hatten die „Rungunkeln”, damals noch in der Form einer Hexengestalt, bei der Aufführung des Fasnetspiels „Der Narrogeist im Fass” im Jahr 1937. In diesem Spiel heißt es:

So flieht der echte Narrengeist,
Weil die Gewalt droht frech und dreist.
Der Geist schloss sich in Weines Fass,
Ist sicher so vor allem Hass.
Und jeder, der vom Wein nun trinkt,
Merkt, wie der Geist darinnen winkt.
Doch, weh, wie wird es uns ergehn!
Die Büttel haben uns gesehn.
Zu Hilf! Wer rächt die Narretei?
Ihr alten Rungunkeln, ihr
Hexen, kommt herbei!

Auch in den Festspielen 1949, 1958 und 1959 trat die Rungunkel in Erscheinung. Waren die Rungunkeln bis 1958 auch keine fest gefügte Gruppe, so waren sie doch sicher, genau wie die Altweibermühle, über 170 Jahre ein Stück Wolfacher Fasnet. Bei Umzügen und Narrentreffen haben sie es sich zum Ziel gemacht, mit einer Altweibermühle dieses älteste Wolfacher Fasnetspiel vor der Vergessenheit zu bewahren.

Zwar waren die Umstände und Voraussetzungen nicht gerade ideal, aber was hätte damals, beim Festspiel 1949, den späteren Gründer Franz Storz davon abhalten können, eine Alte Rungunkel zu machen? Von einer Rungunkelmaske, wie wir sie heute kennen, gab es allerdings nur die Idee. Also wurde eine Holzlarve. denn aus Holz und historisch musste sie schon sein, einfach umfunktioniert.

In den nächsten Jahren war „Storze”, wie der Franz allgemein genannt wurde, weitgehend ein Einzelkämpfer. Er versuchte gegen die Flut wilder, vor allem jugendlicher Hexen mit Gummi- und Pappmasken, das historische Brauchtum hochzuhalten. Erst in den Jahren 58/59 kamen eine Handvoll weiterer Gleichgesinnter hinzu. Es waren dies ROLAND RÖSCH, FRITZ SATORY, HANS GILLE, ERICH ENDRES, ERWIN JEHLE, LOTHAR BUCHHOLZ und FRANZ BIEDINGER. Sie stammten alle aus seiner unmittelbaren Umgebung, so dass es nicht weiter verwunderte, dass sich das damalige Elektrizitätswerk Wolfach zur Ideenküche der Alten Rungunkeln entwickelte. Manches wurde da in nächtlicher Stunde ausgebrütet.

Besonders aktuell war das Maskenproblem. Franz Storz hat auf eigene Faust und nach eigenen Vorstellungen eine erste Maske anfertigen lassen. Ein neues Muster, in enger Zusammenarbeit mit dem kleinen Narrenrat und dem damaligen Narrenvater Erich Steinhauser, wurde von dem bekannten Wolfacher Maier, genannt „Bildhauer Maier“, gefertigt. Häufige Besuche in dessen Werkstatt waren notwendig, da um Nase, Beulen und jede Furche gerungen wurde. Zum letzten Modell, der Vorlage zu allen heutigen Masken, gab der Narrenvater seinen letzten Segen. Somit war eine der wichtigsten Voraussetzungen für die erste Fasnet der Alten Rungunkeln gesetzt.

Nun ging es mit den Rungunkeln stetig aufwärts. Magisch wie die Fasnet selbst, wirkte die Maske auf viele Wolfacher. Die ersten Statuten mit ihren strengen Regeln und der Kleiderordnung wurden ausgearbeitet und damit ein wichtiger Schritt für eine saubere Wolfacher Fasnet getan. Im darauffolgenden Jahr 1959 konnte auch der damalige Bürgermeister und heutige Ehrenbürger der Stadt Wolfach Arthur Martin als Schirmherr gewonnen werden. Als äußeres Zeichen dafür stiftete er das unentbehrliche Requisit der Rungunkeln, die Kochlöffel. Seine Nachfolger als Bürgermeister übernahmen dieses Amt gerne. Damit waren die Voraussetzungen geschaffen, um die Rungunkeln zu dem Bestandteil der Wolfacher Fasnet zu machen, den sie heute darstellen. Die steigende Mitgliederzahl der Alten Rungunkeln brachte Probleme mit sich, die nur durch Beachtung der aufgestellten Statuten eine straffe Organisation und der guten Zusammenarbeit mit den Vertretern des kleinen Narrenrates im Sinne der Wolfacher Fasnet gelöst werden konnten.

Von der Gründung bis ins Jahr 1960 zählten die Rungunkeln bereits 17 Mitglieder. Bis ins Jahr 1970 wuchs die Gruppe um „Storze” auf 39 Alde Rungunkeln. Im Jahr 1983 waren es bereits 66 und bis heute sind es über 100 AIde Rungunkeln und Müller.

Ein weiteres Ziel konnte nun in Angriff genommen werden. Was wären die Alden Rungunkeln ohne ihre Weibermühle. Dank der hervorragenden Zusammenarbeit zwischen freier Narrenzunft und Alden Rungunkeln, rollte zur Fasnet 1965 die erste Altweibermühle durch Wolfachs Straßen und Gassen.

Als ein Höhepunkt in der jüngsten Geschichte der „Alden Rungunkeln” darf der Festakt zum 25-jährigen Bestehen betrachtet werden. In diesem würdigen Rahmen überbrachte Präsidialmitglied der Vereinigung schwäbisch-alemannischer Narrenzünfte Erich Steinhauser die Bestätigung, dass die „Alden Rungunkeln” offiziell in diese Vereinigung aufgenommen wurden.

In den zurückliegenden fünfzig Jahren wurden die Rungunkeln und Müller durch ein von ihnen gewähltes Gremium geführt.

Oberrungunkeln:

  • Franz Storz: 1958 bis 1982
  • Rudolf Neef: 1982 bis 1989
  • Hubert „Vitus” Kessler: 1989 bis 1995
  • Hans Glunk: 1995 bis 2003
  • Marcus Horn: 2003 bis 2011
  • Erwin Bächle: seit 2011.

Angebote

  • Mehlwurm
    Gr. ca. 98/116
  • Schellenhansel ohne Maske
    Da-Gr. 42/44
  • Schellenhansel
    Gr. 140/147
  • Rösehansel schwarz
    Da-Gr. ca. 46/48

Mit anderen Aktionen hat die Freie Narrenzunft Wolfach nichts zu tun.

Narrenbrunnen

Der damalige Narrenvater Erich Steinhauser, schrieb im September 1968 im Namen des Narrenrates einen Brief an die Stadt, dass sie beabsichtigen einen Narrenbrunnen auf das Jahr 1970 am sogenannten „Gassensteg“ an der Ecke Dammstrasse / Kirchstrasse und Herlinsbachweg zu erstellen. Der Gemeinderat bewilligte einen Monat später, dass der Narrenrat den Platz bekommen würde. Bereits im Dezember 1968 wurde eine erste Sitzung der „Kommission zur Erstellung des Narrenbrunnen“ abgehalten. Am Anfang war die Idee, einen einzigen lebensgrossen Wohlaufmann, der Wohlaufsänger Rudolf Blattner, darzustellen. Doch der Bildhauer Walter Haaf aus Zell a.H. hatte einen anderen Entwurf, den Narrenbrunnen mit 6, etwa 1 Meter hohen Figuren zu erbauen. Dieser Vorschlag wurde einstimmig angenommen. Die Figuren wurden von der Kunstgiesserei Ernst Strassacker in Süssen nach den Modellen von Walter Haaf in Bronze gegossen. Nach einer Diskussion, ob man das Brunnenbecken aus Natursteine oder Sichtbeton bauen sollte, entschied man sich für die betonierte Variante. Am 11. November 1969 fand die Grundsteinlegung mit einer Zeremonie des Brunnens statt. Der Bauleiter Fritsch mauerte eine Kupferkapsel, mit dem Inhalt einer Urkunde, verschiedene Geldmünzen und den Narrenorden der Zunft, in die Säule ein.

Fasnetsflair durch Fahnenschmuck

Auch wenn in diesem Jahr die Fasnet in all ihren Formen nicht gefeiert werden kann, so bittet die Narrenzunft doch alle Fahnenbesitzer, das Städtle über die hohen Feiertage mit Ihren Kunstwerken zu schmücken. Wie gewohnt sollten die Fahnen beim Fasnetsausrufen am Mittwochabend rausgehängt werden. Vermutlich kommen die kunstvollen Werke dadurch auch mehr zur Beachtung, da sie die Blicke stärker auf sich ziehen werden als sonst beim bunten Treiben. Viele andere Möglichkeiten bleiben dem Narrogeist nicht, die Herzen der Narren zu berühren.

Nussschalenhansel

Die älteste und schönste Hanselfigur Wolfachs 

Seit 1938 hegte Josef Krausbeck den Wunsch, die Nusschalenhansel wieder zu beleben. In jenem Jahr erzählte ihm die Wolfacherin Adelheid Moser (Tante von Buchbinder, Heinrich Moser) von den Erinnerungen ihrer Mutter, dass zuletzt 1850 der letzte Nussschalenhansel, in grünem Stoff, Holzlarve und überall mit Nussschalen benäht, und zwar der Kronenwirtsohn Hans “Jean“ Neef durch Wolfachs Gassen sprang.

Im Advent 1959 wandte sich der damalige Narrenrat mit folgendem Aufruf an die örtliche Presse: „…helfen Sie uns mit, den Nussschalenhansel wieder auferstehen zu lassen. Zerschlagen Sie die Nüsse nicht, öffnen Sie die Nüsse mit einem Messer, dass beide Hälften erhalten bleiben! Liefern Sie die Schalen bis zum 20.12.59 der Narrenzunft, dem Narrenschreiber Josef Krausbeck oder dem Narrenrechner Günter Endres zum Grünen Baum ab…“

Die Masken wurden nach einem Modell (um 1790, heute ausgestellt im Museum im Schloss Wolfach) in Breisach von einem Kriegskameraden von Josef Krausbeck geschnitzt.

Aus ganz Wolfach und umliegenden Städten kamen so über 10.000 Nussschalen zusammen.

Und so konnten an der Fasnet 1960 drei Erwachsene- und ein Kinder-Nussschalenhansel, ausstaffiert mit Strohschuhen und einer „Saubloder“ bewundert werden.

Die Streckschere vervollständigte erst ab 1963 das heutige Erscheinungsbild.

Man vermutet, dass das mühselige Bohren und Annähen der Nüsse der Grund ist, weshalb seit über 110 Jahren keine neuen Hansel dieser Art entstanden sind. Auch das Gewicht des Hansels mit 15 kg bis zu 20 kg ist als Hinderungsgrund nicht zu vernachlässigen.

Heute können wieder 104 Nussschalenhansel stolz durch Wolfachs Gassen hopsen.

Schellenhansel

Der Schellenhansel gilt als das Symbol der Wolfacher Fasnet. Die Hauptfigur, welche die Wolfacher Stadtfarben trägt, verkörpert den barocken Hanswurst. Ursprünglich wurde der Schellenhansel mit einem weißen Häß geschaffen, doch wurde er im Jahr 1934 den Farben gelb und blau angeglichen.
Ein original Ur-Hansel kann bis heute im Wolfacher Heimatmuseum begutachtet werden.
Die aus Lindenholz handgeschnitzte und bemalte Larve entstand nach einem Vorbild aus dem 18. Jahrhundert. Die barock-vornehme Ausstrahlung erhält der Schellenhansel durch seine zahlreichen glockenbesetzten Zackenreihen an Armen, Beinen und Kragen sowie seine eigenartige Narrenkappe, bei der sich aus einer Krone heraus ein nach vorn gerichteter Bogen ergibt.
Der Schellenhansel besitzt keine Saubloder sondern eine Narrenpritsche, mit der er gut gemeinte „Schläge und Stupser“ austeilen kann. Die Pritsche ist ebenfalls in den Stadtfarben gehalten.
Ein Jahr nach dem Beitritt der Freien Narrenzunft Wolfach zur Vereinigung schwäbisch-alemannischer Narrenzünfte (VSAN) entstanden 1934 zwölf neue Schellenhansel. Beim Narrentreffen 1995 in Wolfach wurden 240 erwachsene Schellenhansel gezählt. Stand 2021 sind inzwischen 364 gelb blaue Hansele registriert.

Eine Besonderheit des Schellenhansel ist, dass dieser mit einem Fasnetslied beschrieben wird. Der Hans, entstanden nach einem alten Lied, beschreibt detailliert das Häs des Schellenhansels. Auch einige der bekannten Wolfacher Fasnetssprüche wurden dem „Hanselema“ gewidmet. Die Hauptfigur der Wolfacher Fasnet findet sich auch im Bretschelhans wieder. Ein riesiger gelb-blauer Schellenhansel, der über und über mit Brezeln behängt ist und beim Kinderumzug um die Stadt gezogen wird. Im Anschluss an den Umzug werden die Brezeln auf der Festspielbühne vor dem Rathaus zusammen mit je einer heißen Wurst an die kleinen und großen Narrole verteilt.

Eine Nähanleitung für den Schellenhansel findet ihr hier >

Kaffeetanten und Trommler

Die Kaffeetante ist mit einem langen, bodentiefen Rock und mit einem schmalen, hochgeschlossen Oberteil sowie einem Hut gekleidet, welches sich an die Gründerzeit um ca. 1890 anlehnt.

Vor ihrem gemütlichen Plausch machen die Kaffeetanten ihre Absicht Kund, indem sie ein Trommlerchor vor sich herschickend um die Stadt ziehen, um zu verkünden, wo sie ihren Kaffee einzunehmen gedenken. Am Schmutzigen vibrieren um diese Zeit die Scheiben das Rathauses ein wenig, weil der Schultes den Besuch der liebreizenden Damen erwartet.

Recht jung ist der Brauch, dass Kaffee-Trommler Konditorenkittel und Kochmütze tragen. Diesen Brauch, der rasch begeisterte „Mitmacher“ fand, führte Walter Schmider um 1955 ein. Vorher trommelte die Kaffeetrommler in dem gleichen Kostüm bzw. Häß, wie Sie an der vorherigen Elfemess mitmachten.

Mehr Infos zum Kaffeetantenumzug >